Becoming von Michelle Obama

Es gibt wenige Bücher, die mich in letzter Zeit so in ihren Bann gezogen haben, wie die Autobiografie von Michelle Obama. Sie war die First Lady Amerikas von 2009 bis 2017, während der Präsidentschaft ihres Mannes, Barack Obama. Klar, ich war und bin ein Fans der Obamas und bewundere Michelle Obama seit ihrem Einzug in das Weiße Haus. Ihre ebenso stilsicheren wie souveränen Auftritte in der Öffentlichkeit oder bei Staastsbesuchen überzeugten mich jedes Mal, was für eine tolle Frau und Vorbild sie für uns alle ist. Schon im letzten Sommer verfolgte ich, wann immer ich in den USA war, die ersten Nachrichten und noch mehr Gerüchte über dieses Buch.

Während ihrer Zeit als First Lady folgte ich den Berichten und Fotos über sie und ihr Leben in der Öffentlichkeit. Umso mehr viel mir dann ihre Spontaneität und Lebhaftigkeit nach ihrem Auszug aus dem Weißen Haus auf. Wenn man nun ihre Autobiografie liest, verstärkt sich der Eindruck, dass sie im Weißen Haus quasi in einem Glashaus gelebt hat. Und sich erst jetzt wieder ausleben darf.

BECOMING von Michelle Obama

Ihre Biografie beginnt mit ihrer Kindheit und Jugend im Süden von Chicago. Mit einfühlsamen Worten schildert ihr Aufwachsen und das ihres Bruders als Afroamerikaner in den späten 1960-ziger und 1970-ziger Jahren schildert. Eine sicherliche behütete Kindheit, denn ihre Mutter blieb zu Hause und kümmerte um den Haushalt und die beiden Kinder. Erst als Michelle schon fast selbstständig war, begann ihre Mutter wieder zu arbeiten.

Zu tiefst erschreckt hat mich die damals vorherschende Rassendiskriminierung und wie fest dieses System sogar im liberalen Chicago verankert war.

Wer jemals im Winter in Chicago war, kann das Bild nachfühlen, dass Michelle Obama mit ihrer Beschreibung eines Winter am Lake Michigan zeichnet. Wenn sie beschreibt, wie sie und ihre Freundin mit dem Bus von der Euclid-Avenue über die Michigan Avenue in den Norden der Stadt zur Schule fuhren, sitzt man förmlich auf dem Nachbarsitz. Und bei der Schilderung ihrer Schwärmerei als Teenagerin für die Jeans einer amerikanischen Designerin, die als Logo einen Schwan hat, erinnere ich mich ebenfalls an meine Vorliebe für Jeans von Gloria Swanson.

Michelle Obama zeigt auf, wie wichtig Bildung, vor allem für Frauen ist. Zielgerichtet und konsequent beginnt sie bereits ab der zweiten Klasse zu lernen und schafft später den Abschluss in Princeton. Dabei vergisst sie nicht zurückzublicken, wem sie dies verdankt: Ihrer Mutter, die sich über eine lahme Lehrerin in der Grundschule beschwerte und sie schließlich in einer anderen Schule mit besserem Lehrkörper unterbrachte.

So zielgerichtet ist Weg auch ist, immer wieder hinterfragt sie sich selbst, ob dies der richtige Weg ist, den sie gehen will. Nach ihrem Abschluss in Princeton arbeitet sie in einer der erfolgreichen Anwaltskanzleien in Chicago und verlässt diese, um erst im Büro der Bürgermeisters und dann eine Sektion der „Public Allies“ in Chicago zu gründen.

“PUBLIC ALLIES WAS MY FAVORITE JOB. I MEET ALLIES AND ALUMS ALL OVER THE COUNTRY AND THEY ARE DOING AMAZING THINGS AND I KNOW THE FUTURE IS BRIGHT,” SHE TOLD THE GROUP. “IT WAS AT PUBLIC ALLIES THAT I FIRST UNDERSTOOD THAT I WOULD ALWAYS BE ‘BECOMING.’

– Former First Lady Michelle Obama
Quelle: www.publicalles.org

Public Allies ist eine Non-Profit-Organisation, die es sich zur Aufgabe macht, junge Highschool-Absolventen unabhängig von Hautfarbe, Rasse, Geschlecht, sexueller Orientierung, Herkunft, Alter den beruflichen Weg in die Führungsetagen vorzubereiten und sie anzuleiten.

Schließlich hat Michelle Obama es selbst erlebt, wie es ist, als nicht geeignet (“Material für Princeton”) bezeichnet zu werden. Doch ihr Glaube an sich selbst und die Unterstützung durch ihr liebevolles Zuhause hat die Zauderer eines Besseren belehrt. Michelle Obama lebt es uns vor: Glaubt an Euch – dann versetzt der Glaube auch Berge. Von der Southside in Chicago führte ihr Weg sie bis in das Weiße Haus nach Washington. Wir werden sehen, wo ihr Weg sie noch hinführt.

Ein Buch, das Mut macht. Mut, an sich selbst zu glauben und seinen Weg zu gehen. Ein lesenswertes Buch von einer bemerkenswerten Frau.

Die Autobiografie ist im Goldmann Verlag erschienen. Hardcover mit Schutzumschlag, 544 Seiten mit 16-seitigem Bildteil in Farbe, 26 Euro, ISBN: 978-3-442-31487-4
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